
Im Rahmen des bundesweiten EU-Projekttags besuchte Magnus Jung, Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit des Saarlandes, die Dr.-Walter-Bruch-Schule in St. Wendel. Ziel des Besuchs war es, mit den Schülerinnen und Schülern über die Bedeutung der Europäischen Union für zentrale gesellschaftliche Themen ins Gespräch zu kommen.

Begrüßt wurde der Minister von Schulleiterin Kirsten Prams sowie Abteilungsleiterin Christina Benoist. In ihrer Ansprache betonte Prams die Bedeutung des direkten Austauschs: Sie freue sich sehr, dass Minister Jung die Zeit gefunden habe, mit den Schülerinnen und Schülern über die Rolle Europas in den Bereichen Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit zu sprechen. „Die europäische Zusammenarbeit prägt unseren Alltag in vielerlei Hinsicht“, so Prams. Umso wichtiger sei es, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und in den Dialog zu treten.
Minister Jung nutzte die Gelegenheit, um zunächst persönliche Einblicke in seinen Werdegang zu geben. Unter anderem berichtete er von seiner früheren Tätigkeit in der Berufsberatung und schlug damit eine Brücke zur Lebensrealität der Jugendlichen. In seinem anschließenden Beitrag rückte er die historische Bedeutung der europäischen Einigung in den Mittelpunkt. Angesichts der Erfahrungen aus zwei Weltkriegen, an denen Deutschland maßgeblich beteiligt gewesen sei, gelte heute mehr denn je das Prinzip „Nie wieder“. Europa sei als Bündnis zur Friedenssicherung entstanden und werde in der aktuellen Zeit wieder verstärkt als solches wahrgenommen.
Zugleich unterstrich Jung, dass die Europäische Union von Vielfalt lebe: Gemeinschaft bedeute nicht Gleichheit, sondern das Miteinander unterschiedlicher Nationen, die sich als Partner und Freunde begegnen. Auch das Saarland profitiere konkret von europäischer Zusammenarbeit, etwa durch Förderprogramme wie den Europäischen Sozialfonds.
Im anschließenden Austausch standen vor allem Fragen im Mittelpunkt, die die Schülerinnen und Schüler unmittelbar betreffen. Diskutiert wurde unter anderem, wie die EU soziale Berufe unterstützt und welche Maßnahmen dem Fachkräftemangel – etwa im Erzieherbereich – entgegenwirken können. Auch die Belastungen im Berufsalltag von Erzieherinnen und Erziehern wurden thematisiert. Darüber hinaus interessierten sich die Jugendlichen für Möglichkeiten, mit deutschen Berufsabschlüssen innerhalb der EU zu arbeiten, sowie für Unterschiede in der Bezahlung von Männern und Frauen.
Der EU-Projekttag an der Berufsschule zeigte eindrucksvoll, wie wichtig der direkte Dialog zwischen Politik und jungen Menschen ist – und wie sehr europäische Themen ihren Alltag prägen.